| Energie aus Altholz, die Umwelt und Natur entlastet |
Das Biomassekraftwerk Flörsheim-Wicker ist seit 2003 in Betrieb. Es besteht unter anderem aus der Holzlagerung, dem Kessel samt Stromerzeugung und der Abgasreinigung.
Kessel mit Wurf-Schwebefeuerung
Pro Stunde durchlaufen ca. 11,2 Tonnen Alt- und Restholz die thermische Verwertung. Die Verbrennung erfolgt mittels einer Wurf-Schwebefeuerung. Die Holzschnitzel werden vom Schubboden in einen Vorlagebehälter gefördert und von dort aus mit Luft in den Feuerraum geblasen. Dabei verbrennen kleinere Teile bereits in der Schwebe. Größere Stücke fallen auf den Rost, wo sie ausbrennen.
Es werden ca. 55 Tonnen Dampf pro Stunde produziert. Der Dampf treibt eine Kondensationsturbine an, die über einen Generator eine elektrische Leistung von 14 Megawatt erzeugt.
Reststoffverwertung und Abgasreinigung
Die Abgasreinigungsanlage unterschreitet die strengen gesetzlichen Grenzwerte. Der Abbau der Stickoxide (NOx) erfolgt im Kessel durch das SNCR-Verfahren (selektive nicht katalytische Reduktion). Anschließend sorgen zwei parallel geschaltete Zyklone für eine Vorentstaubung des Abgase. Danach werden die sauren Schadgase, Schwermetalle, Dioxine und Furane unter Zugabe von Kalkhydrat und Aktivkoks gebunden und gemeinsam mit dem restlichen Staub in einem Gewebefilter entfernt.
Die bei der Rauchgasreinigung anfallenden Reststoffe finden im Bergbau Einsatz als Versatzmaterial. Und auch die ausgebrannte Rostasche aus dem Feuerraum wird umweltgerecht wiederverwertet – als Baumaterial im Straßen- und Landschaftsbau.
| Daten und Fakten | |
| Genehmigung | Nach der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung |
| Förderzeitraum (EEG) | 20 Jahre |
| Inbetriebnahme | 2003 |
| Holzarten | AI – AIII-Hölzer |
| Feuerung | Wanderrost mit Wurf-Schwebefeuerung |
| Lagerkapazität | ca. 450 Mg |
| Jahresdurchsatz | 110.000 Mg/a |
| Auslegungsheizwert | 15.400 kJ/kg |
| Stromproduktion | 120.000 MWh/a |
| Personal | 16 Mitarbeiter |
Altholzkategorien
Die Verwertung von Alt- und Restholz ist in Deutschland durch die Altholzverordnung geregelt. Dabei wird die Holzqualität in verschiedene Kategorien eingeteilt. Das Biomassekraftwerk Flörsheim-Wicker setzt Althölzer folgender Kategorien ein:
- AI: unbehandelte Althölzer mit unerheblichen Verunreinigungen
- AII: behandelte Althölzer, die verleimt, lackiert, beschichtet oder gestrichen sind
- AIII: Altholz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung, jedoch ohne Holzschutzmittel
